EXKLUSIV Nach dem Urteil im Prozess um die tödliche Attacke in der Paderborner Marienstraße will die Staatsanwaltschaft Revision einlegen.
Das hat Radio Hochstift exklusiv erfahren. Die Ankläger hatten deutlich härtere Strafen gefordert.
In der Urteilsbegründung sparten die Richter dann allerdings nicht mit deutlichen Worten – auch in Richtung der Staatsanwaltschaft.
„Wir kommen zu rechtlich völlig anderen Einschätzungen als die Staatsanwaltschaft“, so die Richterin wörtlich.
Sie kritisierte auch insgesamt die Haltung von Teilen der Öffentlichkeit und von Boulevardmedien, die nicht bewiesene Sachverhalte von Anfang an als Tatsachen dargestellt hätten.
So habe, nach Beweislage, keiner der Täter auf das am Boden liegende Opfer eingetreten. Einen dritten Täter habe es ebenso wenig gegeben wie einen Angriff mit einer Glasflasche.
Die 17- und 19-Jährigen wurden gestern zu neun Monaten auf Bewährung bzw. knapp zwei Jahren Haft verurteilt.